Great Barrier Reef

Great Barrier Reef: Ein Leidtragender des Klimawandels

Es ist das größte Korallenriff der Erde: Das Great Barrier Reef ist ein Paradies für zahlreiche Meereslebewesen und ein Anziehungspunkt für zahlreiche Taucher und Wassersportler. 1981 hat die UNESCO das Korallenriff vor der Küste Australiens zum Weltnaturerbe ernannt. Das Great Barrier Reef liegt hier im Nordosten von Australien an der Küste des Bundesstaats Queensland und erreicht eine erstaunliche Länge von 2.300 Kilometern. Die Unterwasserlandschaft, die so auf der Welt ihresgleichen sucht, setzt sich aus 2.900 Einzelriffen sowie zahlreichen kleinen Inseln zusammen. Fast 360 Korallenarten finden hier in den tropischen Gewässern ihren Lebensraum, außerdem rund 1.500 verschiedene Fische und ebenso viele Seevögel. Darüber hinaus ist das Riff ein unvergleichlicher Lebensraum für seltene Meeresschildkröten, Seekühe und Buckelwale.

Ansteigende Meerestemperaturen setzen den Korallen zu

Doch das Great Barrier Reef, dieses Paradies unter Wasser, hat ein Problem: den Klimawandel. Die Erdoberfläche und damit auch die oberste Schicht der Meere erwärmt sich – ein Prozess, der auch durch verstärkte Umweltschutzmaßnahmen so schnell nicht aufzuhalten ist. Mit den steigenden Meerestemperaturen verändert sich das gesamte Ökosystem am großen Riff. Forscher berichteten in den letzten Jahren immer wieder, dass große Teile des Great Barrier Reef abstarben; Korallen bleichten aus und stoßen die Algen, die mit ihnen in einer lebenswichtigen Symbiose leben, ab. Dieses Ausbleichen des Korallenriffs wird seit den 1970er Jahren beobachtet. Am deutlichsten war es 2002 zu sehen, als ganze 55 Prozent der Flachwasserriffe betroffen waren und fünf Prozent aller Korallen abstarben.

Das Great Barrier Reef – erhaltenswertes Ökosystem

Das Great Barrier Reef ist also in seiner einzigartigen Schönheit bedroht. Die langfristige Entwicklung lässt sich heute noch nicht genau absehen. Noch vor einiger Zeit befürchteten Forscher, dass das riesige Korallenriff in 20 bis 30 Jahren verschwunden sein könnte. Neuere Untersuchungen der James Cook University in Australien geben dagegen Entwarnung. Eine Studie von 2011 zeigt, dass ein Anstieg der Meerestemperatur um 0,4 Grad Celsius das Wachstum in den letzten Jahrhunderten sogar angeregt hat. Außerdem können einige der Korallen nach überstandener Bleiche eine Symbiose mit anderen Algenarten eingehen. Es sieht also so aus, als sei das Great Barrier Reef robuster als angenommen. Dennoch warnen auch die Forscher der James Cook University vor den weitreichenden Folgen, die der Klimawandel auf dieses einzigartige Ökosystem haben könnte. So robust die Korallen auch sind, einen rapiden und dauerhaften Temperaturanstieg halten auch sie nicht aus.