Angkor Wat – ein Besuch in der verborgenen Tempelanlage
Diese Welt hält zahlreiche Wunder bereit – kulturelle Highlights, Beispiele für spektakuläre Baukunst, mächtige Zeugnisse vergangener Kulturen. Besonders beeindruckende Bauten und Landschaften werden als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet. Dazu gehört auch die prachtvolle Tempelanlage von Angkor Wat in Kambodscha. Die eindrucksvolle Anlage liegt in Angkor, 240 Kilometer nordwestlich der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Sie spiegelt den Reichtum wieder, den dieses Land einst besaß, und zeugt von der architektonischen Meisterleistung vergangener Kulturen.
Die Tempelanlagen symbolisieren den Reichturm der Region
Um 900 nach Christus herum, als in Europa das Mittelalter herrschte, wurden in der Region von Angkor große Stauseen und Bewässerungsanlagen angelegt. Diese begründeten reiche Reisernten der hier ansässigen Bauern – dieser Nahrungsüberschuss wiederum barg die Grundlage für den Reichtum der Region. Kambodschas Macht wuchs und es wurde zu einem wichtigen Zentrum im Süden Chinas. Das hier ansässige Volk der Khmer zeigte seine Macht in großen und prunkvollen Tempelanlagen. Jeder Herrscher ließ sich zumindest einen Tempel errichten, da er sich als Sachverwalter Gottes auf Erden ansah. Der Herrscher Suryavarman II schließlich erbaute die Tempelanlage von Angkor Wat, die dem Gott Cishnu gewidmet ist. Das ist insofern ungewöhnlich, als dass die Führungsschicht der Khmer eigentlich dem Shivaismus anhing. Ungewöhnlich ist auch die Ausrichtung der Tempelanlage: Der Haupteingang befindet sich nicht wie üblich auf der östlichen Seite, sondern im Westen.
Angkor Wat: Erbaut aus mächtigen Sandsteinen
Auch ohne diese besonderen Details zu kennen, zeigen sich Besucher von dem mächtigen Sandsteinbau beeindruckt. Die Steine sind kunstvoll bearbeitet und ohne erkennbare Lücken aufeinandergesetzt. Auffällig sind vor allen die nach Vorbild von Lotusblüten geformten fünf Türme des Tempels. Viele Tempelwände sind außerdem mit steinernen Figuren verziert. Diese bilden Tänzerinnen ab, wobei sich jede Figur durch kleine Details von den anderen unterscheidet. Das Areal, auf dem der Tempel von Ankgor Wat errichtet ist, erstreckt sich über gewaltige Ausmaße: In West-Ost-Richtung nimmt es etwa 1,5 Kilometer ein, in Nord-Süd-Richtung zirka 1,3 Kilometer. Abgetrennt ist die Tempelanlage durch einen breiten Wassergraben. Ohne Zweifel hat die Anlage von Angkor Wat ihren Rang als Weltkulturerbe verdient.