Urlaub auf Balkonien, der Fehlgriff des Jahres?
Jahr für Jahr gibt es sie: Leute, die im Urlaub weder das Fernweh packt, noch Wert darauf legen an fremden Stränden zu liegen und in fremden Hotelbetten zu schlafen. Sie leben ihren Urlaub ganz nach dem Motto: Zu Hause ist es doch am schönsten! Und oft landen sie damit einen Volltreffer, wie im Jahr 2010 wo der Sommer im Süden sogar unerträglich heiß wurde und man in Deutschland mit Sonne satt gesegnet war. Doch dieses Jahr kam alles anders.
Ins Wasser gefallen
Die Heimurlauber dieses Jahres haben bestimmt geflucht. Durchgehender Dauerregen dürfte so manche Grills kalt gelassen haben und so manch fröhliches Gartenfest in den Keller oder das Wohnzimmer gezwungen haben. Ausflüge zum Badesee konnte man sich angesichts riesiger Pfützen und kalter Temperaturen direkt sparen und Sonnenbräune konnten Daheimgebliebene dieses Jahr bestenfalls im Solarium entwickeln. Mit ihren Flüchen dürften die Balkonier aber nicht allein geblieben sein. Denn in diesem Sommer ist noch mehr ins Wasser gefallen als der Urlaub. Unzählige Feierlichkeiten, die Open-Air geplant waren, Festivals mit Auftritten großer Bands und zehntausende Fans und alles was sich so an Sommer-Spaß-und-Sonne Attraktionen unter freiem Himmel in den letzten Jahren entwickelt hat, durfte dieses Jahr unter ganz besonderen Umständen stattfinden. Für viele nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein finanzielles Desaster. Denn wenn die Mehrzahl der Besucher ausblieb, blieben auch die entsprechenden Einnahmen aus, bei gleichen oder sogar steigenden Kosten.
Heitere Miene zum bösen Stil
Unverbesserliche Optimisten nehmen aber auch den verregnetsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit Humor. Endlich Zeit um die Wohnung zu renovieren, unendlich Videos zu gucken, gute Bücher zu lesen oder eben einfach lange im Bett zu liegen. Manch einer freute sich sogar, dass der Aktivitätendrang von ihm genommen war und er ohne schlechtes Gewissen auf der Couch verharren konnte. Die Grills warfen diese Frohgemüte auch unter der Markise oder dem Sonnenschirm an und ließen sich den Spaß nicht verderben. Indoor-Schwimmhallen und Erlebniswelten bieten schließlich auch Alternativen zu Unternehmungen im Freien und wer auf ein Open-Air Festival geht, tut das schließlich wegen der Musik, ob Regen oder nicht. Sicher, schön warm, knackig braun und tiefenentspannt hat einen der Urlaub auf Balkonien dieses Jahr sicher nicht gemacht, aber immerhin war es ein Urlaub und man hatte mal wieder Zeit für sich. Lediglich große Familien mit kleinen Wohnungen hatten ganz bestimmt Grund zur Klage, denn die wären auf die Natur als zweites Wohnzimmer und unendliches großes Spielzimmer regelrecht angewiesen gewesen. Bleibt zu hoffen, dass die Aussichten für die Herbstferien und für nächstes Jahr besser werden.