Das warme Klima Südeuropas
Warum sagt man, dass deutscher Rotwein nicht taugt? Man weiß es wohl nicht so genau, und es handelt sich auch hier, wie so häufig um eine Verallgemeinerung. Aber eines ist doch sicher: Wein schmeckt in Südeuropa einfach besser.
Red, Red Wine
Deutscher Weißwein schmeckt einfach besser als roter, zumindest in aller Regel. Das ist in Südeuropa häufig umgekehrt. Nicht dass dieses Urteil nicht vom individuellen Geschmack des Weintrinkers abhängig wäre, sei er einer dieser gefürchteten Weinkenner, sei er einfach ein gewöhnlicher Tourist und nebenberuflicher Weingenießer. Aber denkt man an Italien, denkt man an Rotwein. Denkt man an Spanien, denkt man an Rotwein. Denkt man an Portugal, denkt man an… okay, man denkt an Portwein. Aber an roten. Auch wenn es selbstverständlich auch weißen Port gib; sehr guten sogar. Portugal verfügt allerdings auch über rote Weine, die nicht von schlechten Eltern, bzw. Winzern sind. Solche aus dem traditionellen Anbaugebiet Dão, wo bereits seit dem 12. Jahrhundert Wein angebaut wird. Allerdings hat sich portugiesischer Wein erst in den letzten Jahren einen Namen zu machen begonnen. Vielleicht besteht ja auch noch eine Chance für den deutschen Rotwein
Ähnliche Gewächse
Das gleiche Klima, in dem der Wein wächst, gedeiht und heranreift, läßt auch den Maulbeerbaum formidabel wachsen. Und genau wie der Wein sich bei den alten Römern größter Beliebtheit erfreute, so sorgten diese auch für die Verbreitung der ursprünglich aus dem fernen Osten stammenden Pflanze in Europa. Die Pflanze, die süße und saftige Früchte trägt, die sich auch in Deutschland wachsender Beliebstheit erfreuen, ist vielfältig nutzbar; so kann man aus ihren Fasern auch das künstlerisch wertvolle sogenannte Japanpapier gewinnen, das per Hand geschöpft werden muss.
Die Blätter spielen ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle und sind von alles andere als geringem Einfluss auf die westliche Textilindustrie – ein Einfluss übrigens, der ebenfalls Ostasien zuzurechnen ist: sie gelten als Nistplatz der Seidenraupe. Das Holz des Maulbeerbaumes eignet sich übrigens hervorragend für die Herstellung von Fässern für Schnaps und, ja, genau, Wein. Ob es am Weinkonsum liegt, den man den Mönchen nachsagt, dass in einem benidiktinischen Kloster in Brauweiler seit knapp 1000 Jahren ein Maulbeerbaum steht, ist unbekannt, jedoch steht fest, dass die Pflanze nicht nur in die lateinische Literatur Einzug gehalten hat, sondern bereits in der Bibel erwähnung findet. Um der Pflanze zu helfen, die Kraft zu entwickeln um um ein solch biblisches Alter zu entwickeln, hilft sicherlich der richtige Dünger. Es müssen ja nicht immer die Klostergeheimnisse sein, an denen man sich orientiert.