Sylt ? vom Mittelalter bis zur Gegenwart
Die größte Insel Nordfrieslands, vor der Nordsee bei Schleswig-Holstein gelegen ist wohl jedem ein Begriff. Mit ihren knapp 100 Quadratkilometern liegt Sylt auf Platz vier der größten deutschen Inseln . Durch den über 10 Kilometer langen Hindenburgdamm ist die Insel mit dem Festland verbunden. Im Süden von Sylt liegen die Inseln Amrum und Föhr, im Norden liegt Romo die bereits zu Dänemark gehört.
Sylt wurde 1141 erstmals erwähnt, im Schenkungsbuch des Klosters von Odense. Auch in Urkunden des dänischen Königs Waldemar des Zweiten aus dem Jahre 1231 kommt Sylt unter dem Namen Syld bereits vor. Die heute gültige Schreibweise „Sylt“ wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts geläufig und ist bis heute gütlig.
Münzen aus der merowingischen Zeit, die auf Sylt gefunden wurden, gelten als Anzeichen für erste friesische Besiedlungen.
Um 1020 wurde die erste Kirche auf Sylt errichtet, seit 1100 ist sie Teil des Klosters von Odense. Im 12 Jahrhundert stieg die Anzahl der Kirchen bereits auf vier an.
Im Jahre 1640 kam es zu einer Seeschlacht zwischen Dänemark und den verbündeten Flotten von Holland und Schweden. Im Jahre 1700 versandete der damalige „Königshafen“.
Die erste Schule wurde um 1640 auf Sylt erbaut. Die Bewohner der Insel lebten damals vor allem vom Walfang, der Austernzucht und dem Entenfang, wodurch die Einwohner sich bescheidenen Wohlstand sichern konnten. Bei einer 1789 durchgeführten Volkzählung hatte Sylt 2814 Einwohner.
Nach Ende des Deutsch-Dänischen Krieges 1866 wurde die Insel Preußen zugesprochen und kam verwaltungsmäßig zu Schleswig-Holstein. Seit damals begann der Touristenboom auf Sylt, mit Postschiffen oder Schnelldampfern aus Hamburg kamen die ersten Kurgäste. Vor allem das Kurbad Westerland erwarb sich einen guten Ruf unter den meist betuchten Gästen.
Während des Ersten Weltkrieges kam es zu einer Stationierung von deutschen Soldaten, jedoch blieb Sylt während des Krieges von Kampfhandlungen verschont.
Nach Kriegsende wurde eine Volksabstimmung über den weiteren Verbleib Sylts bei Deutschland abgehalten, rund 88 % stimmten für den Verbleib der Insel bei Deutschland. Da jedoch der damalige Haupthafen nach dem Krieg in Dänemark lag, war die Anreise für Touristen und Kurgäste nach Sylt schwierig, da man dazu umständlich über Dänemark einreisen musste. Daher wurde der Bau einer Eisenbahnverbindung immer stärker in Angriff genommen. Im Jahr 1927 wurde schließlich der Hindenburg-Damm fertiggestellt und in Betrieb genommen, bis heute dient er als Eisenbahnverbindung vom deutschen Festland nach Sylt.
Während der NS-Diktatur war Sylt auch unter NSDAP-Anhängern ein beliebtes Urlaubsziel. Die zuvor eher liberalen Inselbewohner, vornehmlich die im Gastgewerbe Beschäftigten, mussten auf Druck von Hitlers Anhängern ihre Hotels als „judenfrei“ anpreisen und die Hakenkreuzfahne hissen. Doch auch Gegner des NS-Regimes nutzten die Insel weiterhin als Treffpunkt, so ist zum Beispiel das Haus Kliffende als Hort des Widerstandes von Künstlern und Autoren bekannt geworden.
Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Sylt zum Sperrgebiet. Der Tourismus auf der Insel blieb dadurch vollständig aus. Durch den Bau von riesigen Bunkern und der Stationierung von schwerer Artillerie sowie der Einquartierung von über 10.000 Soldaten auf der Nordseeinsel sollte Sylt zur Festung ausgebaut werden. Da die Invasion Nazi-Deutschlands dann jedoch von der Normandie aus erfolgte, blieb Sylt Nebenschauplatz. Während massiver Bombenangriffe durch die englische Luftwaffe 1939 und 1940 kamen Zivilisten und Zivilgebäude glücklicherweise nur geringfügig zu Schaden. Im April 1945 wurde Sylt von den Engländern besetzt, die stationierten deutschen Soldaten kapitulierten aufgrund der aussichtslosen Lage ohne Gegenwehr.
Nach Kriegsende lebte der Tourismus wieder auf, heute ist die ganze Insel wirtschaftlich vom Tourismus abhängig. Täglich pendeln 3000 Arbeitskräfte vom deutschen Festland nach Sylt, da die wirtschaftliche Lage durch den Tourismus deutlich besser ist, als im benachbarten Festland.
Freizeitmöglichkeiten
Naturliebhaber kommen auf Sylt voll auf ihre Kosten, der 40 Kilometer lange Strand mit über 10000 Strandkörben lädt zum entspannten Verweilen ein. Wanderungen durchs Watt werden während der Sommersaison angeboten. Auch ein Meerwasser-Wellenbad, die „Sylter Welle“ ist bei Touristen wie Einheimischen beliebt. Für Sportbegeisterte gibt es vier Golfplätze, den jährlichen Syltlauf, zahlreiche Wassersportwettbewerbe wie den Windsurf Weltcup, die Kitesurf Trophy oder auch den deutschen Cup im Windsurfen. Radsportler können sich auf gut 250 Kilometern Radweg auf der Insel so richtig auspowern. Für geschichtlich Interessierte lädt das gut erhaltene Altfriesische Haus zum Besichtigen ein. Ist man danach auf den Geschmack gekommen, kann man auch wie die alten Friesen aus einer Ferienwohnung Sylt kennenlernen. Da in Sylt aufgrund des ständigen Touristenbooms die Hotels durchgehend überbucht sind, empfiehlt es sich nach einer alternativen und zugleich komfortablen Übernachtungsmöglichkeit wie zum Beispiel einem Ferienhaus Ausschau zu halten.
Sylt sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, eine einzigartige Atmosphäre und eine wunderschöne Landschaft ziehen jeden Besucher in ihren Bann.